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FIRE-Rechner

Ein Rechner, der mir zeigt, wann ich finanziell frei sein könnte. Er rechnet mit echtem Zinseszins, deutscher Kapitalertragsteuer und einer Monte-Carlo-Simulation. Die Simulation zeigt auch, wenn die Annahmen nicht aufgehen.

💰 Finanzplanung 10. Juli. 2026
FIRE-Rechner Übersicht FIRE-Rechner Übersicht

Die Startansicht mit den wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick

Warum ich das gebaut habe

Angefangen hat alles mit einer ziemlich langweiligen Excel-Tabelle, in der ich Sparrate, Rendite und Jahre gegeneinander verrechnet habe, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wann ich eigentlich aufhören könnte, für Geld arbeiten zu müssen. Das Problem war, dass jede Änderung ein neuer Rechenschritt war und ich nie so richtig gesehen habe, wie sich die einzelnen Stellschrauben gegenseitig beeinflussen.

Also habe ich mir überlegt, das Ganze als kleine Web-App zu bauen, bei der jeder Regler sofort etwas verändert – die Charts, die Tabelle, die Steuerlast, sogar die Wahrscheinlichkeit, dass mir das Geld am Ende doch ausgeht. Je tiefer ich reingegangen bin, desto klarer wurde mir, dass die berühmte 4 %-Regel allein zu wenig erzählt. Ohne eine Vorstellung von Streuung und ohne die deutsche Steuer mitzurechnen, wirkt jede FIRE-Zahl deutlich sicherer, als sie eigentlich ist.

Umsetzung: Reines HTML, CSS und JavaScript mit Chart.js für die Diagramme | läuft komplett im Browser, ohne Server oder Backend

Was der Rechner kann


Einblicke in den Rechner

Wachstums- und Entnahmecharts Monte-Carlo-Simulation

Links: Kapitalverlauf über Spar- und Entnahmephase | Rechts: Monte-Carlo-Fächer mit Pleiterisiko


Wie es unter der Haube funktioniert

Der Rechner ist bewusst ohne Backend gebaut. Alles, was eingegeben wird, landet direkt in JavaScript-Variablen, und bei jeder Änderung eines Reglers wird die komplette Projektion neu berechnet – Monat für Monat für die Sparphase, Jahr für Jahr für die Entnahmephase. Für die Darstellung übernimmt Chart.js die Wachstums-, Entnahme- und Simulationscharts, während Design und Farben aus demselben Design-System stammen wie meine anderen Projekte (dunkler Hintergrund, Grün und Violett als Akzente).

Die Monte-Carlo-Simulation zieht pro Durchlauf und Jahr eine zufällige Rendite, die um die eingestellte Erwartung herum streut, und wiederholt das je nach gewählter Anzahl an Simulationen mehrere hundert Mal. Damit die Charts nicht bei jedem Reglerklick unruhig flackern, nutzt die Zufallsziehung einen festen Seed – erst ein bewusster Klick auf den Chart würfelt neu.

Die Steuerberechnung läuft am FIRE-Zeitpunkt einmal komplett durch: Bruttogewinn, Teilfreistellung nach Fondstyp, Sparerpauschbetrag, und darauf Abgeltungssteuer, Soli und optional Kirchensteuer. Im Experten-Modus lässt sich das Portfolio zusätzlich aus mehreren Fondstypen mischen, die dann gewichtet nach ihrer jeweiligen Teilfreistellung versteuert werden.


Was ich dabei gelernt habe

Am meisten hat mich überrascht, wie sehr sich das Bild ändert, sobald man von einer einzelnen, glatten Renditeannahme zu echter Streuung wechselt. Neun Prozent Bruttorendite klingen erstmal komfortabel, aber nach Inflation, Kosten und dem sogenannten Volatilitäts-Drag bleibt real deutlich weniger übrig. Dadurch wurde der Unterschied zwischen einem deterministischen Modell und einer stochastischen Simulation deutlich.

Beim Steuerteil habe ich gemerkt, wie kleinteilig das deutsche Kapitalertragsteuerrecht tatsächlich ist – Teilfreistellung, Sparerpauschbetrag, Soli und Kirchensteuer greifen alle an unterschiedlichen Stellen ineinander, und die richtige Reihenfolge der Berechnung war komplizierter, als ich anfangs gedacht hätte.

Bei der UI musste ich Unsicherheit verständlich darstellen, ohne den Nutzer mit Zahlen zu überladen. Ein Perzentil-Fächer und eine Pleiterisiko-Prozentzahl zeigen mehr als eine einzelne Zahl.