Einsatzgröße & Risiko

Wie viel solltest du einsetzen,
wenn du einen Vorteil hast?

Einen echten Vorteil zu haben reicht nicht. Die Einsatzgröße entscheidet darüber, ob dieser Vorteil sich langfristig auszahlt, oder ob du trotzdem pleitegehst.

Simon Stark · Aktualisiert 03. Juli 2026 · ca. 5 Min. Lesezeit

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Zwei Wege, es falsch zu machen

Angenommen, du hast eine Gelegenheit gefunden, bei der die Wahrscheinlichkeiten zu deinen Gunsten stehen, ein Trade, eine Wette, eine Investition mit bekanntem Erwartungswert. Die Frage, die die meisten übersehen, ist nicht ob man einsteigt, sondern wie viel.

  • Zu wenig einsetzen: Du lässt einen Großteil deines möglichen Kapitalwachstums liegen, obwohl du eigentlich einen Vorteil hast.
  • Zu viel einsetzen: Ein einzelner ungünstiger Ausgang kann dein Kapital so stark reduzieren, dass du dich davon nicht mehr erholst, selbst wenn dein Vorteil langfristig real ist.

Die richtige Einsatzgröße liegt irgendwo dazwischen, und diese Stelle lässt sich tatsächlich berechnen.


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Warum feste Einsätze meist suboptimal sind

Viele setzen intuitiv immer denselben festen Betrag ein, unabhängig davon, wie groß der eigene Vorteil bei einer bestimmten Gelegenheit gerade ist. Das ist einfach, aber mathematisch nicht optimal: Bei einer besonders guten Gelegenheit wird zu wenig eingesetzt, bei einer knappen zu viel.

Der andere Extremfall, „alles auf eine Gelegenheit setzen", weil sie besonders gut aussieht, ist noch riskanter: Ein einziger ungünstiger Verlauf kann das gesamte Kapital auslöschen, egal wie gut der statistische Vorteil eigentlich war.


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Die Einsatzgröße an den Vorteil koppeln

Der saubere Ausweg besteht darin, die Einsatzgröße direkt an die Größe des eigenen Vorteils zu koppeln: Je größer die Gewinnwahrscheinlichkeit und je besser das Gewinnverhältnis, desto größer der sinnvolle Einsatz, und umgekehrt. Genau das macht das Kelly-Kriterium, das ich in einem eigenen Artikel im Detail mit Formel und Rechenbeispiel erkläre.

In der Praxis setzen viele nicht den vollen berechneten Anteil ein, sondern nur einen Bruchteil davon, zum Beispiel die Hälfte. Das reduziert die kurzfristigen Schwankungen deutlich, bei nur leicht geringerem langfristigem Wachstum, eine sinnvolle Sicherheitsmarge für die Praxis.


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So wendest du es an

Statt die Einsatzgröße nach Gefühl festzulegen, hilft es, drei Fragen für jede Gelegenheit konkret zu beantworten: Wie hoch ist meine Gewinnwahrscheinlichkeit realistisch? Wie sieht das Gewinnverhältnis aus? Und wie viel meines Kapitals bin ich bereit, kurzfristig schwanken zu lassen? Mit diesen drei Werten lässt sich die optimale Einsatzgröße direkt berechnen, statt sie zu schätzen.


Deine optimale Einsatzgröße berechnen

Gewinnrate und Gewinnverhältnis eingeben und den passenden Einsatz direkt mit dem Kelly-Rechner ermitteln.


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