FIRE-Grundlagen

Pleiterisiko in der Rente:
Wie wahrscheinlich reicht
dein Geld nicht?

Die 4-Prozent-Regel sagt dir, dass dein Kapital „im Durchschnitt" reichen sollte. Aber wie hoch ist das tatsächliche Risiko in deinem konkreten Fall, dass es eben doch nicht reicht? Genau das lässt sich seriös berechnen.

Simon Stark · Aktualisiert 03. Juli 2026 · ca. 6 Min. Lesezeit

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„Reicht im Schnitt" ist nicht dasselbe wie „reicht bei mir"

Die 4-Prozent-Regel basiert auf historischen Durchschnittswerten. Sie beantwortet aber nicht die Frage, die eigentlich zählt: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau dein Portfolio, mit deiner Entnahmerate, deinem Starttermin und deiner Aufteilung, tatsächlich bis zum Lebensende reicht? Ein Durchschnittswert kann diese Frage nicht beantworten, weil er alle möglichen Verläufe zu einer einzigen Zahl zusammenfasst.


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Was ist Pleiterisiko?

Als Pleiterisiko (oder Ruin-Risiko) bezeichnet man die Wahrscheinlichkeit, dass ein Entnahmeplan das Kapital vor dem Lebensende komplett aufbraucht. Es ist keine Ja/Nein-Frage, sondern eine Prozentzahl: Bei einer Erfolgsquote von 90 % wäre der Plan in 9 von 10 durchgespielten Szenarien erfolgreich gewesen, in einem Szenario nicht.

Diese Kennzahl macht das abstrakte Risiko greifbar und vergleichbar, ganz anders als eine pauschale Aussage wie „die 4-Prozent-Regel hat historisch meistens funktioniert".


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Die Reihenfolge der Renditen entscheidet

Zwei Portfolios mit identischer Durchschnittsrendite über 30 Jahre können völlig unterschiedlich enden, je nachdem, wann die guten und schlechten Jahre eintreten. Ein Börsencrash in den ersten drei bis fünf Jahren nach Renteneintritt ist deutlich gefährlicher als derselbe Crash am Ende der Entnahmephase, weil zu Beginn bereits laufend Geld entnommen wird und sich das Kapital von Verlusten kaum noch erholen kann. Man nennt das Sequence-of-Returns-Risiko.

Genau dieses Risiko blendet eine einfache Durchschnittsrechnung komplett aus.


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Nicht einen Verlauf annehmen, sondern tausende durchspielen

Um das Pleiterisiko realistisch einzuschätzen, reicht ein einzelner angenommener Marktverlauf nicht aus. Stattdessen werden tausende unterschiedliche, zufällig erzeugte Renditeverläufe durchgerechnet, jeder mit einer eigenen Abfolge guter und schlechter Jahre. Diese Methode nennt sich Monte-Carlo-Simulation. Am Ende zählt man einfach, in wie vielen dieser Verläufe das Kapital ausgereicht hat, und daraus ergibt sich die Erfolgswahrscheinlichkeit in Prozent.

Wichtig ist dabei nicht die Methode im Detail, sondern das Ergebnis, das sie liefert: eine konkrete Zahl statt eines vagen „sollte reichen".


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Wie mein FIRE-Rechner das berechnet

Mein FIRE-Rechner rechnet genau nach diesem Prinzip: Er simuliert 10.000 mögliche Marktverläufe auf Basis deiner Eingaben zu Sparphase, Entnahmerate und deutschen Steuern und gibt dir am Ende eine konkrete Erfolgsquote aus, statt nur eine statische Kapitalzahl. So siehst du direkt, wie robust dein Plan tatsächlich ist, nicht nur, ob er „im Schnitt" funktionieren würde.


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Wie du das Ergebnis liest

  • Über 95 % Erfolgsquote: Sehr solider Plan, in fast allen simulierten Verläufen hat das Kapital gereicht.
  • 90–95 %: Akzeptabel für die meisten, aber ein guter Anlass, Entnahmerate oder Sparphase noch einmal zu prüfen.
  • Unter 90 %: Der Plan ist in vielen simulierten Szenarien gescheitert — Zeit, länger zu sparen, die Entnahmerate zu senken oder die Ausgaben zu reduzieren.

Es gibt keine „perfekte" Zielquote, das hängt auch davon ab, wie viel Sicherheit dir persönlich wichtig ist. Aber die Zahl gibt dir eine ehrliche Grundlage für diese Entscheidung, statt einer pauschalen Faustregel.


Dein persönliches Pleiterisiko berechnen

Eingaben zu Sparphase und Entnahme machen und die eigene Erfolgswahrscheinlichkeit aus 10.000 simulierten Szenarien sehen.


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