FIRE-Grundlagen
Die 4-Prozent-Regel ist die bekannteste Faustformel der FIRE-Bewegung. Hier erfährst du, woher sie kommt, wie sie funktioniert und warum sie allein kein verlässliches Sicherheitsversprechen ist.
Herkunft
Die 4-Prozent-Regel geht auf die sogenannte Trinity Study aus dem Jahr 1998 zurück, eine Untersuchung dreier US-Finanzprofessoren, sowie auf frühere Arbeiten des Finanzberaters William Bengen. Beide analysierten historische US-Börsendaten und untersuchten, welche jährliche Entnahmerate ein Portfolio über 30 Jahre hinweg durchhalten konnte, ohne aufgebraucht zu werden. Das Ergebnis: Eine Entnahmerate von rund 4 % pro Jahr hätte in den meisten historischen Zeiträumen funktioniert.
Funktionsweise
Im ersten Jahr entnimmst du 4 % deines Startkapitals. In jedem Folgejahr passt du den Betrag um die Inflation an, damit deine Kaufkraft konstant bleibt — unabhängig davon, wie sich das Depot in der Zwischenzeit entwickelt hat.
Umgekehrt gerechnet ergibt sich daraus die bekannte Kapitalfaustregel: Jahresausgaben × 25 = benötigtes Vermögen. Mehr dazu und ein vollständiges Rechenbeispiel findest du im Artikel Wie viel Geld brauche ich für finanzielle Unabhängigkeit?
Die Kehrseite
Die Trinity Study basiert auf historischen US-Daten aus dem 20. Jahrhundert — vergangene Renditen sind aber keine Garantie für die Zukunft. Zwei Punkte sind besonders wichtig:
Einordnung
Die 4-Prozent-Regel ist ein guter erster Anhaltspunkt, aber ein statischer Wert kann individuelle Risiken nicht abbilden. Sie sagt dir nicht, wie wahrscheinlich es in deinem konkreten Fall ist, dass dein Kapital reicht — nur, dass es historisch im Schnitt funktioniert hätte.
Wer das genauer wissen will, muss statt einer einzelnen Zahl viele mögliche Marktverläufe durchspielen. Wie das funktioniert und wie du dein persönliches Risiko einschätzt, erkläre ich im Artikel Pleiterisiko in der Rente.
Statt einem statischen Prozentwert direkt deine persönliche Erfolgswahrscheinlichkeit berechnen.
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