Tool | Finanzanalyse

Kelly-Kriterium Rechner

Drei Kelly-Modelle in einem Tool: klassischer Einsatzrechner, Investment-Kelly und Portfolio-Optimizer – jeweils mit eigener interaktiver Grafik und 2,25 % Euro-Cashrendite als Standard.

Klassisches Kelly-Kriterium

Bestimmt den optimalen Kapitaleinsatz bei wiederholten Entscheidungen mit Gewinnwahrscheinlichkeit sowie definiertem Gewinn und Verlust.

🎯 Eingabe
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Startkapital

📊 Ergebnis
Optimales Investitionsverhältnis
Bitte Werte eingeben und berechnen
⚠️ Negatives Kelly-Ergebnis: Diese Wette solltest du nicht eingehen. Der Erwartungswert ist negativ.
Gewinnrate
Nettoquote (b)
Verlustrate

🎲 Kelly-Simulator
mal
Gewinne
Verluste
Gewinnrate
Endkapital nach Investitionsanteil (logarithmische Skala)

📖 Dokumentation

1 | Anwendung des Rechners

Der Rechner berechnet die Investitionsgröße für wiederholte Prozesse mit bekannten Wahrscheinlichkeiten. Er maximiert dabei die langfristige Wachstumsrate des Kapitals.

Das optimale Investitionsverhältnis gibt den Anteil des Gesamtkapitals an, der pro Durchgang eingesetzt wird. Werte über 100 % würden theoretisch Fremdkapital (Hebel) erfordern. Der Rechner begrenzt das Ergebnis auf 100 %.

2 | Definition & Grundlagen

Das Kelly-Kriterium beschreibt die Einsatzgröße bei wiederholten Entscheidungen. Es maximiert den erwarteten logarithmischen Vermögenszuwachs. Dafür braucht das Modell geschätzte Wahrscheinlichkeiten und Auszahlungen.


3 | Risiken & Sensitivitäten

Das Modell geht von deterministischen Variablen aus. In der Praxis sind Eintrittswahrscheinlichkeit und Payoffs variabel und können nur geschätzt werden.

Das Ergebnis reagiert stark auf kleine Änderungen der Eingaben. Überschätzt du die Gewinnwahrscheinlichkeit, kann der Einsatz zu hoch ausfallen und der Drawdown steigen. Deshalb wird in der Praxis oft nur ein Teil des Kelly-Werts verwendet, zum Beispiel 50 % (Half-Kelly).

4 | Ökonomische Nützlichkeit

Das Modell passt die Einsatzgröße an die Schwankungen des Assets an. Bei höherer Volatilität fällt der berechnete Kapitalanteil kleiner aus.

Beispiel: Zwei Szenarien haben dasselbe Gewinn-/Verlustverhältnis: Szenario A mit +20 % Gewinn und −10 % Risiko sowie Szenario B mit +10 % Gewinn und −5 % Risiko. Für das volatilere Szenario A halbiert das Kelly-Kriterium den Investitionsbetrag gegenüber Szenario B.

5 | Mathematische Formulierung

Wenn im Verlustfall nicht der vollständige Einsatz verfällt (Risiko a < 100 %), gilt das Kelly-Kriterium:

f* = (p / a) − (q / b)

6 | Investment-Kelly

Für Exposure bis 100 % ist der relevante Alternativzins die Cashrendite. Die voreingestellte Euro-Cashrendite beträgt 2,25 % p.a. Oberhalb von 100 % wird zusätzliches Exposure nicht aus Cash finanziert, sondern aus Kredit; deshalb verwendet der Rechner dort den separat eingegebenen Kreditzins.

g(f) = r + f(μ − r) − ½f²σ²   |   r = rCash für f ≤ 1, rKredit für f > 1

Ist Fremdkapital ausgeschaltet, gilt zusätzlich f ≤ 1. Ist es eingeschaltet, kann das Optimum über 100 % liegen. Ein höherer Kreditzins drückt das Kelly-Optimum nach unten und kann dazu führen, dass genau 100 % Exposure optimal sind.

Cash / Finanzierung ist dabei schlicht 1 − f: Bei f = 0,70 liegen 30 % des Vermögens in Cash; bei f = 1,00 sind 100 % investiert und 0 % Cash vorhanden; bei f = 1,30 entspricht der Wert −30 %, also 30 % zusätzlich aufgenommenem Fremdkapital.


7 | Portfolio-Kelly

Bei mehreren Assets wird die Kovarianzmatrix verwendet. Der Optimizer maximiert die angenäherte logarithmische Wachstumsrate. Solange das Cashgewicht positiv ist, gilt der Cashzins; bei negativem Cashgewicht und aktivierter Fremdfinanzierung gilt für diesen Anteil der Kreditzins.

g(w) = r + wᵀ(μ − r1) − ½wᵀΣw

Ohne Fremdkapital wird die Optimierung unter der Nebenbedingung Σw ≤ 1 gelöst. Mit Fremdkapital prüft der Rechner die Cash-Region, die Kredit-Region und die 100-%-Grenze und nimmt die Lösung mit der höchsten modellierten Wachstumsrate. Sind Shorts ausgeschaltet, gilt zusätzlich für jedes Asset wᵢ ≥ 0. Diese Long-only-Bedingung wird direkt bei der Optimierung gelöst; negative Gewichte werden nicht erst nachträglich abgeschnitten. Fractional Kelly skaliert anschließend die Risky-Asset-Gewichte.