Klassisches Kelly-Kriterium
Bestimmt den optimalen Kapitaleinsatz bei wiederholten Entscheidungen mit Gewinnwahrscheinlichkeit sowie definiertem Gewinn und Verlust.
Investment-Kelly
Leitet aus erwarteter Rendite, Volatilität, Cashzins und optionalem Kreditzins den wachstumsoptimalen Exposure-Faktor eines einzelnen Assets ab.
Für ein einzelnes Investment mit angenommener jährlicher Rendite und Volatilität. Die Inflationsrate (Standard 2 %) wird automatisch von der erwarteten Rendite abgezogen; Kelly und Wachstumsprojektion laufen damit auf Realrendite. Positives Cash erhält standardmäßig 2,25 % p.a. (nominal). Wird Fremdkapital zugelassen und das Exposure steigt über 100 %, gilt der Kreditzins für den finanzierten Anteil.
Erwartetes Endkapital aus dem Kelly-Log-Wachstumsmodell. Nominal in künftigen Euro, Kaufkraft in heutigen Euro (Inflation abgezogen).
Portfolio-Kelly-Optimizer
Optimiert mehrere Assets gemeinsam über Renditen und Kovarianzmatrix und unterscheidet dabei zwischen verzinstem Cash und optionaler Fremdfinanzierung.
Optimiert beliebig viele Risky Assets gemeinsam (Standard: MSCI World, Bitcoin, Gold, REITs). Der Optimizer nutzt Kovarianzen und Korrelationen. Die Inflation (Standard 2 %) wird wie im Investment-Tab von jeder Asset-Rendite abgezogen (Kelly auf Realrendite). Positives Cash wird mit der Cashrendite verzinst; mit Fremdkapital kann das Netto-Risky-Exposure über 100 % steigen, wenn der Kreditzins den Hebel noch lohnt.
| Position | Full Kelly | Half Kelly | Betrag |
|---|
Erwartetes Endkapital (nominal) aus dem Log-Wachstumsmodell bei konstanter Allokation. Kaufkraft = nominal minus Inflation. Cash-only zum Vergleich.
Läuft automatisch mit den aktuellen Portfolio-Parametern. Simuliert korrelierte Jahresrenditen (multivariat normal aus μ und Σ) bei fixer Kelly-Allokation. Anzahl ändern oder erneut simulieren, um frische Zufallszüge zu holen.
1 | Anwendung des Rechners
Der Rechner berechnet die Investitionsgröße für wiederholte Prozesse mit bekannten Wahrscheinlichkeiten. Er maximiert dabei die langfristige Wachstumsrate des Kapitals.
- →Gewinnrate (p): Die Wahrscheinlichkeit, mit der das Szenario einen positiven Ertrag generiert.
- →Gewinn (b): Die erwartete relative Rendite im Erfolgsfall. Beispiel: 100 € Einsatz → 10 € Gewinn = 10 %.
- →Risiko (a): Die erwartete Verlustrate im Negativszenario. Beispiel: 100 € Einsatz → 10 € Verlust = 10 %.
2 | Definition & Grundlagen
Das Kelly-Kriterium beschreibt die Einsatzgröße bei wiederholten Entscheidungen. Es maximiert den erwarteten logarithmischen Vermögenszuwachs. Dafür braucht das Modell geschätzte Wahrscheinlichkeiten und Auszahlungen.
3 | Risiken & Sensitivitäten
Das Modell geht von deterministischen Variablen aus. In der Praxis sind Eintrittswahrscheinlichkeit und Payoffs variabel und können nur geschätzt werden.
4 | Ökonomische Nützlichkeit
Das Modell passt die Einsatzgröße an die Schwankungen des Assets an. Bei höherer Volatilität fällt der berechnete Kapitalanteil kleiner aus.
5 | Mathematische Formulierung
Wenn im Verlustfall nicht der vollständige Einsatz verfällt (Risiko a < 100 %), gilt das Kelly-Kriterium:
- f*Optimales Investitionsverhältnis (Kapitalanteil als Dezimalzahl)
- pGewinnwahrscheinlichkeit (0 ≤ p ≤ 1)
- qVerlustwahrscheinlichkeit (q = 1 − p)
- aVerlustrate bei Misserfolg
- bRenditequote bei Erfolg
6 | Investment-Kelly
Für Exposure bis 100 % ist der relevante Alternativzins die Cashrendite. Die voreingestellte Euro-Cashrendite beträgt 2,25 % p.a. Oberhalb von 100 % wird zusätzliches Exposure nicht aus Cash finanziert, sondern aus Kredit; deshalb verwendet der Rechner dort den separat eingegebenen Kreditzins.
Ist Fremdkapital ausgeschaltet, gilt zusätzlich f ≤ 1. Ist es eingeschaltet, kann das Optimum über 100 % liegen. Ein höherer Kreditzins drückt das Kelly-Optimum nach unten und kann dazu führen, dass genau 100 % Exposure optimal sind.
Cash / Finanzierung ist dabei schlicht 1 − f: Bei f = 0,70 liegen 30 % des Vermögens in Cash; bei f = 1,00 sind 100 % investiert und 0 % Cash vorhanden; bei f = 1,30 entspricht der Wert −30 %, also 30 % zusätzlich aufgenommenem Fremdkapital.
7 | Portfolio-Kelly
Bei mehreren Assets wird die Kovarianzmatrix verwendet. Der Optimizer maximiert die angenäherte logarithmische Wachstumsrate. Solange das Cashgewicht positiv ist, gilt der Cashzins; bei negativem Cashgewicht und aktivierter Fremdfinanzierung gilt für diesen Anteil der Kreditzins.
Ohne Fremdkapital wird die Optimierung unter der Nebenbedingung Σw ≤ 1 gelöst. Mit Fremdkapital prüft der Rechner die Cash-Region, die Kredit-Region und die 100-%-Grenze und nimmt die Lösung mit der höchsten modellierten Wachstumsrate. Sind Shorts ausgeschaltet, gilt zusätzlich für jedes Asset wᵢ ≥ 0. Diese Long-only-Bedingung wird direkt bei der Optimierung gelöst; negative Gewichte werden nicht erst nachträglich abgeschnitten. Fractional Kelly skaliert anschließend die Risky-Asset-Gewichte.